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Erfahrungsbericht Mischgas - Umrüstung / GUINNESS etc.
Daniel 08.10.2006 17:28 Uhr Antworten
Eine allgemeine Information für alle,
die sich dafür interessieren,.

Da ich häufiger das leckere Guinness und andere, chemisch etwas zickige Biere zapfe, habe ich meine von Hüttner gekaufte Anlage ( liegendes Bierfass 1-ltg. ) auf Mischgasbetrieb umgebaut. Dazu braucht man:

1 Stickstoff - Druckminderer ( HIWI )
Dieser ist u. a. flaschenseitig für Drücke jenseits 75 bar ausgelegt ( in meinem Fall 300 ), da CO2 mit 75 bar in der Flasche daherkommt, Mischgas mit 200.

1 Flasche Mischgas ( das große Abenteuer )
Mischgas ( z.b. für Guinness ) besteht aus 70 % Stickstoff und 30 % CO2. Dieses ist unter verschiedenen Handelsbezeichnungen erhältlich ( ALIGAL 12/13 von Air Liquide, BIOGON 7030 / "Packgas" von LINDE etc. ). Air Liquide bspw. verlangt für die Flaschen ( kleinste Größe 20 kg ) ein Flaschenpfand von 14 Ct. pro Tag. Als Privatperson bekomme ich das niemals alle und das würde das teuerste Bier meines Lebens ). Das BIOGON 7030
( "Packgas" ) hingegen gibt es in Eigentumsflaschen ab 10 kg und kostete mich mitsamt Flasche EUR 150. Ein Umrüsten von Co2 - Flaschen auf Mischgas ist ebenfalls möglich, es muss jedoch ein neues Ventil wegen der erheblich höheren Drücke und eine TÜV - Abnahme vorgenommen werden. Gleichfalls ist eine neue Lackierung der Flasche fällig ( Kragen schwarz, Körper grün ). Diese Dinge kosten zusammen annähernd 120 EUR, also war es günstiger, eine schlanke 10er Flasche zu kaufen; die Füllung kostet EUR ~70. KLeinere Größen sind nicht wirklcih interessant ( siehe auch "Verbrauch" weiter unten ).

Betrieb
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Die Bierschläuche etc. passten 1:1 an den Stickstoff - Druckminderer. Wir haben damit zunächst GUINNESS gezapft ( unter Zuhilfenahme des Spezialschankhahns und des passenden Zapfkopfes ) und das Ergebnis ist eine absolute Köstlichkeit - samtiger, cremiger Schaum und das nach unten ausfallende Gas im Bier.

PILS
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Wir haben danach auf Pils umgerüstet ( Wechsel des Schankhahns und des Bolzens auf Kompensator ) und
das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend. Zapfdruck war 2,5 bar, darunter war keine zufriedenstellende Schaumkrone zu erreichen - mit diesem Druck wurde sie fest und formschön, sehr feinporig, fast schon wie Milchschaum. Deutlich anders als mit CO2. Ein 0,5 - Liter Krug war mit maximal 2 Zügen abzuzapfen. In einem Zug geht es aber auch, wenn man mit 2 bar zapft.

VERBRAUCH
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Der Verbrauch ist in der Tat höher als bei CO2; wir haben 200 Liter Flüssigkeit gezapft; der Flaschendruck lag anfangs ( neu ) bei 200 bar, jetzt sind noch 140 bar auf der Flasche. Mit der 0,5 - kg CO2 - Flasche von Hüttner habe ich ca. 200 Liter Bier zapfen können. ( !! )

Ich bin der Meinung daß bestimmte Biere das Mischgas eher / heftiger absorbieren als andere, aber ich kann mich auch täuschen.

Hinzuzufügen und zu zitieren sei noch ( der hier oft gefundene und richtige ) Warnhinweis, daß CO2 - Flaschen niemals hingelegt werden dürfen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß in einer Mischgasflasche 200 ( i. W. zweihundert ) bar sind, greift man instinktiv zum Zurrgurt und schnallt die Flasche sicher irgendwo an.

Ach ja, bezogen habe ich das GUINNESS - Equipment samt Zapfkopf von der Firma LEHA in FFM - Rödelheim und das Mischgas von der Firma SOBOTH, ebenda. Den Stickstoffdruckminderer gibts bei HIWI, MESSER und / oder wie in meinem Fall bei Schankanlagenservice Metz, Frankfurt. Alle Adressen gibts bei Google oder den gelben Seiten.

---ENDE---
tirallala 08.10.2006 18:11 Uhr Antworten
eben, ENDE
weil alles viel zu teuer
Daniel 08.10.2006 18:18 Uhr Antworten
Ich wollte es ja nicht anders ;-)
charly 09.10.2006 08:24 Uhr Antworten
ja, komisch die Reaktion. Weils etwas teurer ist, wirds gleich abgeschmettert. Ich finde deinen Bericht prima und für echte Guinness-Liebhaber wirklich wertvoll.

Auch eine Zapfe mit CO2 ist schließlich nicht billig. Trotzdem wird sie von den meisten Leuten hier angeschafft und genutzt. Ist doch klar, dass man als "Genussmensch" mal ein paar Dollars mehr ausgeben muss. Aber tirallala trinkt wahrscheinlich Bier aus der Dose - oder aus der Platikflasche ?

so far
charly
Daniel 09.10.2006 10:00 Uhr Antworten
Full ack.
hembes 09.10.2006 10:55 Uhr Antworten
Hallo,
ich kann Dir nur beipflichten. Ich habe meine Anlage auch auf Mischgas umgestellt. Alles prima. Doch eine Frage habe ich noch. Woher beziehst Du Dein Guinness und was kostet es Dich?

MfG

hembes
Daniel 09.10.2006 11:05 Uhr Antworten
Ich beziehe es von LEHA in FFM - Rödelheim; das letzte 30er hat mich EUR 72,60 gekostet. Ich fürchte das geht auch billiger, nur wo in RheinMain ?

Daniel
tirallala 09.10.2006 15:01 Uhr Antworten
nee, ich trink mein Bier aus ner Keramiksäule mit 2 Cornelius-Kompensator-Schankhähnen, die Bierfässer stehen im Kühlschrank mit Begleitkühlung und gekühlten Hähnen.Und das schon über 20 jahre.
Noch Fragen?
Humbataeterae 09.10.2006 15:29 Uhr Antworten
Klar - wie kann man mit dieser Ausstattung nicht verstehen, wenn jemand für sein Hobby 'Bier' etwas mehr als gewöhnlich ausgibt?
Daniel 09.10.2006 19:00 Uhr Antworten
Ich möchte noch hinzufügen, dass im Fall von GUINNESS ein passender Zapfkopf benötigt wird ( wird u. a. von Micromatic hergestellt und ist ein proprietäres System - soll angeblich auch für Kilkenny passen. ). Dieser muss zuerst entriegelt bzw. vorgespannt werden und wird dann ähnlich einem Korbzapfkopf in das Faß hineingedreht. Am Anschlag wird der zangenförmige Hebel eingedrückt und das Fass öffnet sich mit einem lauten KLACK.

Gleichfalls wird ein Spezialschankhahn benötigt, der in seinem inneren eine Schikane aus sehr feinporigen Kupfersieben hat, durch die das Bier vermittels des Mischgases und HOHEM ( 3 - 3,5 bar ) Druck hindurchgepresst wird. ( In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, daß die Anschlüsse WIRKLICH dicht sein sollten. ) Der beste Schaum ist dann zu erzielen, wenn der Schankhahn während des Fließens ein leise quietschendes / singendes Geräusch abgibt.

Der Schankhahn hat ( in meinem Fall ) einen größeren Überwurf, wenngleich einen identischen Gewindebolzen wie der im Lieferumfang vorhandene Kompensatorhahn. Zum Umrüsten auf Guinness und zurück muss der Bolzen ebenfalls getauscht werden.

Zapfkopf und Hahn sind ein "freundliches Entgegenkommen" meines Händlers, dem ich versprach dafür das Bier von ihm zu beziehen.

Daniel
Tim 10.10.2006 13:46 Uhr Antworten
Bei Schankanlagen Koch beommt man auf Anfrage auch 5L bzw. 2L Mischgas Flaschen!
Daniel 10.10.2006 18:30 Uhr Antworten
In FMM ?
Wie teuer ?

Der verbrauch ist enorm....deswegen 10 kg. Unter 5 würde ich keinesfalls gehen.

Daniel
Tim 10.10.2006 20:39 Uhr Antworten
Schankanlagen Koch in Wadern. Ich meine die 2L-Flasche incl. Füllung ca. 90 Euro, 5L-Flasche incl. Füllung ca. 115 Euro.

Mir wurde gesagt der Verbrauch wäre ca. 4g pro Liter. Kannst Du später mal sagen wieviel Liter Du gezapft hast wenn Deine Flasche vollständig alle ist?

Grüße,
Tim
Tim 10.10.2006 20:55 Uhr Antworten
Nur damit man besser rechnen kann: Wenn ich mich richtig an meine Schulzeit entsinne dann entspricht 1L Gas ungefähr 0,8kg bzw. 1kg Gas entspricht ca. 1,2L
Daniel 11.10.2006 09:39 Uhr Antworten
Ich habe mal nachgemessen: Es sind noch exakt 142 bar auf der Flasche lt. Druckminderer. Das ursprüngliche, volle Gewicht habe ich nicht zur Hand. Das heißt es fehlen 58 bar. Wäre doch mal 'ne Interessante Rechenaufgabe, mit Dichte etc. ;-) ( ich kanns nicht ).
Daniel 11.10.2006 09:41 Uhr Antworten
Das wird erst nächstes Jahr im Sommer sein vermute ich; da müßte man sich mathematisch annähern....
Tim 12.10.2006 11:23 Uhr Antworten
Ja ich auch nicht! ;-)
Walter 19.10.2006 00:38 Uhr Antworten
eine 50 er Mischgas kostet bei mir 50 .- inkl MWST

aber es gibt auch 10 er die sind billiger und die ersten 3 Monate kein Flaschenpfand

der umbau auf Mischgas ist aber bei geringen verbrauch an bier gennerell nicht schlecht das bier hält sich länger
Ralf 08.11.2006 11:18 Uhr Antworten
Hallo Leute
Beim Gasverbrauch (Kompremierte-Gase, wie Mischgas 70/30) ist nicht das Gewicht, sondern das Volumen entscheident.
Bei einer 10L Gasflasche und einem druck von 200 bar, befinden sich 2000L Gas in der Flasch.(Flaschenvolumen in Liter X Druck in Bar)
1990L sind aber nur nutzbar weil 10L in der Flasche verbleiben.
Zapft man z.B. 50 Liter leckeres Guinness mit einem Druck von 2 bar so braucht man 100L Gas.
(50L X 2bar=100L)
Der Flaschendruck bei einer 10L Flasche fällt also um 10bar, wenn alles dicht ist.

Bei CO2 ist das anders.
Das CO2 befindet sich in flüssiger Form in der Flasche(Gas niemals liegend entnehmen), deshalb die Inhaltsangabe in Gramm oder Kilogramm.
Der Druck in der CO2-Flasch bleibt solange konstant,solonge CO2 in Flüssiger Form vorliegt (ca.75bar).
Erst wenn die gesamte Flüssigkeit Gasförmig geworden ist fällt der Flaschendruck.
Die Frag lautet also: wieviel Liter CO2-Gasförmig bekomme ich aus X Gramm CO2-Flüssig?
Da habe ich aber auch keine Antwort drauf.
Weil ich aber auch mit Mischgas Zapfe ist das auch egal.

Viele Grüße und Prost, Ralf
OReinig 05.02.2010 11:03 Uhr Antworten
10Liter CO2 flüssig sind etwa 11,78kg und das sind wieder bei 44kg/kmol eine Stoffmenge von 0,2677kmol CO2.
Da wie alle wissen das (bei idealen Gasen) 1mol Gas immer 22,4Liter (bei ND) sind kommen wir bei 0,2667kmol = 266,7mol * 22,4Liter/mol = 5997 Liter.

Sodele verdisch mit klugsch..... ;)
Eugen 10.02.2010 08:47 Uhr Antworten
Kann diesem wirklich guten Bericht nur zustimmen. Ich benutze einen Liebherr Zapfkühlschrank und habe die Flasche im Kühlschrank. Da die grossen Gebinde für Mischgas da nicht reinpassen, habe ich mir eine Flasche bei Linde bauen lassen, kostete ca. 100 EUR, für 2 Liter. Reicht für etwa 4x 30l Fässer. Bei Soboth habe ich früher auch die Flaschen füllen lassen. Ein sehr netter Familienbetrieb mit fairen Preisen.
Prost,
Eugen
Anja 10.02.2010 18:21 Uhr Antworten
Ich habe noch nie soviel Unsinn auf einemmal gelesen.

Nagut, die meisten Posts sind ja schon uralt, da will ich garnichtmehr drauf eingehen.

Aber ich frage mich warum jemand mit Mischgas aus dem Kühlschrank heraus zapft, etwas unsinnigeres gibt es garnicht.

Der N-Anteil beim Mischgas ist lediglich dazu gut um hohe Leitungswiderstände zu überwinden, nichts weiter.

N ist ein innertes Gas, bewirkt also im Bier überhauptnichts, wird nur zum Transport des Bieres vom Keg zum Zapfhahn gebraucht, wenn der Leitungswiderstand entsprechend groß ist.

*kopfschüttel*
Martin 04.03.2010 20:47 Uhr Antworten
eben weil er nichts bewirkt, deswegen gibt´s kein aufcarbonisieren.

Leitungswiederstände und Höhen dürften durch den Druck überwunden werden. Egal mit welchem Gas.

;-)

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