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Bier schäumt im Vereinshaus
JeNs 23.01.2010 12:50 Uhr Antworten
Hallo ihr Bierexperten =)

In unserem Vereinshaus haben wir auch eine Bierzapfanlage. Zwei Schwenkhähne (wie ich sie hasse).

Da die meisten im Verein wissen, dass ich bei großen Veranstlatungen zapfe verlangen Sie jetzt auch, dass ich das bei uns mache.

Nun zum Problem. Die Fässer werden rechtzeitig vorher reingestellt. Alles ist auch soweit gekühlt. Doch egal welchen Druck ich einstelle es kommt aus beiden Hähnen nur schaum. Und mit einer GEschwindigkeit .... die man sich gar net vorstellen kann. Auch wenn der Druck ganzaus ist, was mich sehr wundert.

Hoffe ihr könnt mir helfen... Wenn euch noch ein wichtiges Detail fehlt, sagt mir bitte welches^^

LG, JeNs
Anja die echte 23.01.2010 18:26 Uhr Antworten
vielleicht der Druckregler defekt?
Anja 24.01.2010 14:34 Uhr Antworten
wenn Du den Druck ganz weg nimmst, hast Du immer noch genug CO2 zum Zapfen, da brauchst Du dich nicht zu wundern. Schließlich ist eine menge CO2 im Bier gebunden. Nach endlich vielen Biern kommt dann allerdings nur noch fade Plörre, da Du die Kohlensäure, die ins Bier gehört, zum Zapfen missbraucht hast.

Am Zapfhahn wird's nicht liegen, auch wenn Du die Schwenkhähne nicht magst. Damit wurde jahrtzehnte lang bestes Bier gezapft. Wenn der Tip von Anja (die einzig wahre und echte) nicht hilft:

Gesamte Anlage reinigen, dann prüfen:
- Leitungslänge und ggfls. Isolierung und Kühlung
- Dichtigkeit (wird irgenwo Luft gezogen?)
- Gibt es Reduzierungen (10mm auf 7mm oder umgekehrt?)

Wenn das auch nicht hilft:
Zapfe wegschmeißen und auf Flaschenbier umsteigen.

Viel Glück
Anja, die echte 26.01.2010 15:53 Uhr Antworten
es könnte auch sein, das keiner die Bierleitung reinigt.
Wenn da Bierstein drin ist, schäumt es auch.Also chemisch reinigen lassen.Wenn ihr noch Fässer mit altmodischem Anstichdegen benutzt, könnte es sein, das der Degen kein Sieb am Ende hat und direkt am Boden steht.Letzte Möglichkeit ist ein Knick im Schlauch.
So, nun guck das alles nach, haste was zu tun.
Anja, die echte 26.01.2010 15:57 Uhr Antworten
by the way
die Schwenkhähne sind mir eigentlich immer noch die liebsten.Da kann man super Bier mit zapfen.Sind nur wartungsintensiv, mir aber privat lieber als der beste und goldenste Kopensator-Hahn.Bei Pils zusätzlich mit langer Auslauftülle.
KaB - Schankanlagenbauer 30.01.2010 20:26 Uhr Antworten
Ist die Anlage richtig aufgebaut ?

Gasseite:
1;Steht die Flasche ? Kohlensäureflasche niemals legen ! Lebensgefahr !
2; Ist an der Flasche ein richtiger Hauptdruckminderer passend für die Gassorte angeschlossen. (Kein Zwischendruckminderer als Hauptdruckminderer verwenden). Druck richtig einstellen:
Möglichst genau auf den richtigen Sättigungsdruck des jeweiligen Bieres.(Von der Brauerei erfährt man den Kohlensäuregehalt pro Liter Bier. Der ist bei jeder Biersorte und Brauerei anders. Abhängig von der Temperatur liest man in der Sättigungsdrucktabelle den einzustellenden Druck ab. (Tabelle gibts im Netz und auf einigen Brauereiseiten; Machen viele falsch bzw. haben noch nie was von so einer Tabelle gehört!).
Der richtige Druck bedeutet, daß auf dem Bier genausoviel Druck herscht, wie im Bier. Das Bier wird also im Faß weder schal noch reichert es sich mit Kohlensäure an.
Ist der Druck zu niedrig, so gast CO2 aus dem Bier aus - das Bier wird schal und man merkt, daß es beim Zapfen "spuckt".(Kohlensäureblasen in der Leitung ausgegast).
Ist der Druck zu viel hoch, dann läuft das Bier anfangs gut, doch mit jeder Stunde nimmt das Bier mehr CO2 auf, so daß irgendwann ein Wert erreicht ist, bei dem ein Zapfen nicht mehr möglich ist, da sich die Kohlensäure im Glas nicht mehr im Bier halten kann, wenn das Bier den Zapfhahn verläßt.
Solches aufkarbonisiertes Bier ist nicht mehr zapfbar und zu entsorgen(teuer, aber geht meist nicht anders)
3; Nach dem Druckminderer geht der Schlauch in den KEG Kopf (Zapfdegen gibt es eigentlich nicht mehr). In den seitliche Anschluß mit Rückschlagventil!
Bierseite:
1; Vom Keg Kopf (oberer Anschluß) eine Bierleitung zum Zapfhahn verlegen. (Wichtig: Immer gleiche Durchmesser verwenden. Schlauchdurchmesser muß zum Hahndurchmesser passen.So wenig Zwischenstücke wie möglich verwenden. Spaltfrei arbeiten.
--
Immer zugelassene Bauteile verwenden.
Leitung chemisch-mechanisch reinigen.
So, dann sollte es eigentlich funktionieren.
Schäumt es trotzdem:
Dann tippe ich mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Schwenkhahn. Diese Hähne wurden bis in die 80er Jahre fast ausschließlich eingesetzt.
Man kann damit durchaus gut Bier zapfen - wurde auch Jahrzehntelang so praktiziert, diese Hähne verzeihen aber keinen Fehler (siehe oben). Sie kennen nur zu oder voll auf. (Bei halb auf schäumt es immer, weil das Bier gequetscht wird).
Deshalb: Kompensatorhähne einbauen. Diese haben seitlich einen kleinen Hebel, mit dem man die Fließgeschwindigkeit regeln kann. Mit diesen kann man auch Hefe-Biere problemlos zapfen. Sie verzeihen auch kleine (wichtig: kleine) Falscheinstellungen beim Druck. Wird heute fast ausschließlich eingebaut, geht einfach besser. (Gut, regional gibt es Unterschiede; es kommt auch noch auf die Biersorte und die eigene Vorliebe an).

(Von Wendeln o.ä. fange ich hier gar nicht erst an, da ist der Hahnwechsel sinnvoller)

Ich hoffe, es klappt !!!

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